• Thomas Gubler

Neue Bewohner in Afghanistan




Um den Titel zu begreifen, bedarf es vorab einer kleinen Erklärung. Ich bin nicht über Nacht in ein anderes Land verschwunden, sondern lebe nach wie vor auf meinem wunderschönen Land in Sizilien. Der Name Afghanistan wurde von meinem Vater geprägt, der damit einen von Brombeeren überwucherten Hang auf meinem Land mit einer unzugänglichen, von einer grossen Pinie beschatteten Hütte treffend charakterisierte. Unter regelmässiger Pflege verwandelt sich Afghanistan nun immer mehr in ein kleines Paradies mit Orangen- und Zitronenbäumen und vielen weiteren Obstbäumen, durchsetzt natürlich immer von den obligaten Eichen.


Die in Afghanistan zahlreich vorkommenden Wildbienen haben Gesellschaft durch ein Volk von Honigbienen der Rasse Buckfast erhalten. Wie das? Am 19. Mai 2021 liess sich mitten im Dorf ein riesiger Bienenschwarm an einer Dachkante eines Nachbarhauses nieder. Da ich in der Schweiz über viele Jahre bis zu meiner Auswanderung Bienen gehalten habe, hatte ich noch einen nach Sizilien mitgebrachten Bienenschleier. Eine Stunde lang focht ich einen inneren Kampf, ob ich nun wieder mit einer Bienenhaltung beginnen solle oder nicht. Das Zeitargument sprach eindeutig dagegen. Aber die Liebe war stärker und am selben Abend hatte der erfolgreich eingefangene Bienenschwarm schon sein neues Zuhause in Afghanistan gefunden. Selten war ich glücklicher als an jenem Abend, wie sehr hatten mir die Bienen gefehlt gehabt.


Das Volk entwickelt sich prächtig, ein befreundeter Imker führt mich in die Eigenheiten der sizilianischen Imkerei in einem ganz anderen Klima als in der Schweiz ein. Dieses Jahr gibt es noch keinen eigenen Honig, denn aus dem einen Volk sollen neu zwei oder drei Völker werden, die ihren Honig für sich selber benötigen.


Die Bienenvölker in dieser Region sind sanft und nicht aggressiv.....



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